Sehr geehrter Herr Schäuble…
Jul 4th, 2007 | By feydab | Category: Allgemein, der GullideckelIch hatte mich ja unlängst schon erklärt bezüglich meiner Einwilligung Sie zu unterstützen, in Ihrem Kampf für das sichere Europa.
Nun traf es sich, dass ich die Tage einem s.g. Rockkonzert beiwohnen durfte, in dessen Verlauf ich besorgniserregende Beobachtungen machen konnte. Diese würde ich Ihnen gerne mitteilen, in der Hoffnung, dass Sie ggf. bei Wiederholung zumindest eine GSG9 Einheit in Alarmbereitschaft halten, falls Sie in diesem Zuge nicht sogar im Rahmen der Amtshilfe auch auf die löbliche und redliche Unterstützung der Bundeswehr zurückgreifen könnten.
Angelockt zu diesem s.g. Rockkonzert wurde ich zunächst von dem Namen des Künstlers "Amr Diab " der, wie ich vermutete eine Homage an den volkstümlichen Dialekt unseres geliebten Freistaates Bayern sei (Armer Dieb) Ich muss diesbezüglich gestehen, dass meine Fähigkeiten zum Verständnis dieser Sprachvariante als gebürtiger Norddeutscher nur sehr begrenzt sind, dennoch vermeinte ich in Albumstiteln wie Aktar Wahed (Verhalte dich Wahrhaft) Nour El Ain (Nur der Eine – zweifellos an den scheidenden Ministerpräsidenten des Landes gemünzt) oder Liedtiteln wie Kan Taeyb (Kein Zurück) einen ehrbaren Unterstützer unserer Sache zu erkennen.
Zu meinem großen Schrecken war ich schon im Eingangsbereich zur Festhalle von fremdartig anmutenden Menschen umgeben, die sich in einer mir unverständlichen Sprache unterhielten. Diese wurden von mir zu jenem Zeitpunkt noch als autonome Störer klassifiziert, doch als auch meine mehrmaligen Hinweise an das örtliche Sicherheitspersonal ungehört zu verpufften hielt ich es in der Folge umsomehr für meine Pflicht das Konzert und seine Besucher eingehender zu betrachten, weswegen ich mich möglichst unauffällig unter das versammelte Volk zu mischen versuchte.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich mich in Teilen von den Fremdautonomen beobachtet fühlte. Ob dies nun auf meine eher den Umständen abträgliche Kleidung zurückzuführen war (dem Anlass angemessen hatte ich meine Krachlederne mal wieder aus dem Schrank geholt) oder meinem züchtigen Kurzhaarschnitt kann ich nicht final beurteilen, aber gerne greife ich im Wiederholungsfalle, sollten Sie meinem Vorschlag zustimmen, auf Ihre Ratschläge zurück, schließlich sollten Ihrem Amtskollegen Herrn Steinmeier eindeutige Angaben im Bezug auf die Trachtenordnung und Körpermerkmale fremder Völker vorliegen. Einzig eine Beschneidung müsste ich ablehnen, da meine Frau in diesem Zusammenhang bedenken angemeldet hat. Ansonsten habe ich mir auch schon ein Exemplar der Studien unseres grossen deutschen Gelehrten Dr. Josef Mengele besorgt, dessen Angaben allerdings etwas veraltet scheinen.
Aber zurück zu meinen Konzertbeobachtungen. Nachdem ich also einen sicheren Platz etwas abseits des Mobs eingenommen hatte (kann ich eigentlich das Bestechungsgeld an den Klomann als Spesen einreichen? Er war leider nicht willens für unsere Sache unentgeltlich seinen Arbeitsplatz zu räumen) wartete ich gespannt auf den Verlauf der musikalischen Darbietung. Die Erkenntnisse die ich dabei gewinnen konnte sind mit Sicherheit relevant für Ihre Bemühungen zur Terrorabwehr. Nicht nur, dass der Künstler unter dem Deckmantel der Mundart vollkommen unverständliche (vermutlich subversive) Texte von sich gab, auch die musikalische Begleitung bestand nicht wie erhofft aus Tuba und Zither sondern gipfelte in eindeutig orientalsichen Klängen, wie sie oftmals auch in Entführungsvideos auf Al Dschasira zu hören sind. (Zu Ihrer Beruhigung möchte ich anmerken, dass ich den Sender nur zum Abgleich der dort gezeigten Agitatoren mit meinen ausländischen Nachbarn verfolge)
Sie sehen also, es besteht hier der dringende Verdacht, dass sich in unserem Lande Menschen konspirative Treffen unter dem Deckmäntelchen der kulturellen Ertüchtigung abhalten. Gerne würde ich mich anbieten auch zukünftig derartige Treffen für Sie zu überwachen. Zu dem schon angesprochenen Antrag auf Erstattung meiner Spesen käme dann für Sie nur die jeweiligen Eintrittspreise solcher Veranstaltungen, ich kann wohl schlechterdings mit meinem alten Stasi Ausweis dort Eintritt verlangen…
Hochachtungsvoll Ihr
Feydab
“Gebe einen Sinnlosen Kommentar ab”. So stehts in den Spielregeln.
Hey, das ist ja wohl keine Kunst oder? ;-)