90% eine Zahl, die irritiert…
Mrz 26th, 2008 | By feydab | Category: Allgemein, Dinge die mich ärgern, draussen vor der TürAfghanen warten vergeblich auf versprochene 10 Mrd US$ Westliche Geberländer haben nach Angaben von Hilfsorganisationen [seit 2001] rund zehn Milliarden Dollar ihrer versprochenen Unterstützung für Afghanistan bislang nicht geleistet…Hilfesgelder werden verschwendet und ineffektiv eingesetzt. Gemäß einer Studie von Hilfsorganisationen belaufen sich sich die Kosten für den US-Militäreinsatz in Afghanistan auf 100 Millionen Dollar pro Tag, dagegen summierten sich die Hilfsgelder aller Spenderländer seit 2001 auf durchschnittlich sieben Millionen Dollar pro Tag…Die Regierung in Kabul deckt dem Bericht zufolge derzeit rund 90 Prozent der öffentlichen Ausgaben durch Spendengelder.
Man sollte sich zusätzlich vor Augen halten, dass das BIP in Afghanistan in 2007 gerade mal 20 Mrd US$ betragen hat, wovon ca. 50% durch Anbau und Export von Opium “erwirtschaftet” werden. Laut Wikipedia ist das ca. 90% der weltweiten Opiumproduktion, und der Anbau von Opium ist zehn mal lukrativer als der Anbau von Weizen.
Vor einem neuen Gesicht des hungers warnen hochrangige Experten des Welternährungsprogramms World Food Programms (WFP) Waren bislang Krieg und Hungersnöte die Ursachen für größere Versorgungskrisen, so hat die Not in diesen Tage einen anderen Grund: Die Bedürftigen würden mehr und mehr über die ungewöhnlich hohen Preisansteige von den Nahrungsmittel-Märkten ausgeschlossen… Nach Schätzungen benötigt die Hilfsorganisation etwa 500 Millionen US Dollar an zusätzlichen Mitteln, um die Versorgung von 73 Millionen Bedürftigen in diesem Jahr zu garantieren.
Nun kenne ich den Etat der WFP nicht, aber wenn ich bedenke, dass sich nach angaben einschlägiger Hilfsorganisationen etwa 1.4 Mrd Menschen von weniger als 1 Euro/Tag ernähern können, lässt mir die Zahl von 6,8 Mio Dollar Mehraufwand/Bedürftigem irgendwie graue Haare wachsen. Selbst ein hierzulande ist ein “Bedürftiger” Hartz IV Empfänger genötigt seinen Tagesbedarf mit etwa 5€ zu decken. Ach so, die Welthungerhilfe behauptet übrigens:
Es ist uns wichtig Ihnen Rechenschaft abzulegen. Aber: Wir wollen und können dafür nur einen Bruchteil unserer verfügbaren Ressourcen bereitstellen. Denn noch wichtiger ist es, so viele Spenden und öffentliche Mittel wie möglich für eine Welt ohne Hunger und Armut einzusetzen: in Afghanistan, im Sudan und in Nicaragua – weltweit!
und
Sie zählt dort zu den Organisationen mit dem niedrigsten Kostenanteil: 2006 waren dies 1,4% für Verwaltung und 4,3% für Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit. Über 90% der uns zur Verfügung gestellten Mittel fließen in die Projektförderung!