Das große Wehklagen…

Aug 19th, 2008 | By feydab | Category: Allgemein, Dinge die mich ärgern, Feydab erklärt das Grundgesetz
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angesichts der zunehmenden Datenskandale steigert sich einerseits langsam in Hysterie, die Verniedlichungshaltung wird andererseits immer bedenklicher.

Nicht erst seit gestern mahnen Datenschützer immer wieder zum bewussten Umgang mit persönlichen Daten und offen gesagt habe ich kein Verständnis für Menschen, die wie selbstverständlich mit Adresse, Telefonnummer und sogar Bankdaten um sich werfen, als gäbe es dafür Freibier. Wer jetzt also rumjammert angesichts der Käuflichkeit seiner Daten, ist mit großer Sicherheit selber Schuld.

Zur Perversion getrieben wird der Schlamassel allerdings dann von der akustischen Boulevardpresse, namentlich “Radio Hamburg” und “Oldie 95″ aber auch anderen Sendern, die in der klassischen Tradition der Reichspropaganda, in der Krise den totalitären Kräften im Staat das Wort reden:

Spätestens jetzt müsste jedem klar sein, dass alles Zetern und Meckern über staatliche verordnete Vorratsdatenspeicherung und Fingerabrücke im Reisepass lächerlich ist

Der offensichtliche Unterschied zwischen persönlicher Dummheit und staatlich verordneter Transparenz sollte sich auch dem blödesten der deutschen Michels erschließen. Auch wenn informelle Selbstbetimmung (noch) nicht im Grundgesetz verankert ist, so stellt es nach Auffassung des BVG ein Grundrecht dar, wie zuletzt im Februar diesen Jahres bestätigt, die Sammelwut des Herrn Schäuble und seiner Kollegen ist ein klarer Verstoß dagegen.

Eines ist klar, in unserer hochtechnisierten Welt wird Privatsphäre immer kostbarer und ihrem Schutz müssen wir wohl oder übel immer mehr Aufwand widmen. Sie ist offensichtlich sogar bares Geld wert, denn das unkontrollierte Abbuchen von Bankkonten wirft auch ein katasprophales Licht auf die Praktiken der Bankhäuser, insofern jede nicht gespeicherte Information in jedem Fall ein Gewinn für den Bürger ist. Wer angesichts dieser krimineller Handlungen und des freihandels mit persönlichen Daten immer noch die Besorgnis über einen staatlich organisierten Datenpool mit weitreichenden Informationsverknüpfungen zu verharmlosen sucht und die ständigen Bemühungen um den gläsernen Bürger schönredet, hat den grundsätzlichen Gedanken des Bundesdatenschutzgesetzes nicht begriffen:

§ 3a Datenvermeidung und Datensparsamkeit

Gestaltung und Auswahl von Datenverarbeitungssystemen haben sich an dem Ziel auszurichten, keine oder so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen. Insbesondere ist von den Möglichkeiten der Anonymisierung und Pseudonymisierung Gebrauch zu machen, soweit dies möglich ist und der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck steht.
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3 comments
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  1. omg.

    in was für nem Zusammmenhang kann man Sowas denn allen Ernstes behaupten?

  2. naya, zwar sind die beiden Sender in ihren Nachríchten ählich kritiklos wie die BILD als Printmedium, allerdings brüstet sich Radio Hamburg damit die meisten Zuhörer in der Hansestadt zu haben, insofern sich shcon eine schöne Propagandaplattform hier anbietet.

  3. Es erschreckt mich immer wieder, wenn auf die Frage der netten Verkaeuferin nach der so genannten “DeutschlandCard” der Typ vor mir in der Schlange nur mit einem beherzten “Ja, natuerlich!” antworten kann.

    Mit der BILD-Zeitung in der Hand echauffiert er sich dann 30m weiter darueber, wie man doch mit seinen Daten selbst bei der Telekom umginge. Ein “Unglaublich…, was fuer eine Frechheit.” kann der sich in der Regel nicht verkneifen.

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