Liebe Anke…
Jun 19th, 2009 | By feydab | Category: draussen vor der Tür, Feydab erklärt das Grundgesetz, wordpressals ich heute mal wieder bei Yigg vorbei geschaut habe, stolperte ich sofort über “Der letzte Tag” und musste unweigerlich schmunzeln. Ganz ehrlich? Du bist niedlich… Also jetzt nicht, weil ich dich kenne – obschon wir praktisch Nachbarn sind und dazu auch noch gleich alt – sondern weil das was du schreibst so herrlich bockig klingt.
Reden wir doch mal Tacheles: Das Gesetz der Zensursula ist nichts weiter als ein Gedankenfurz eines Adelsgehirns, das über Generationen durch Inzest degeneriert wurde, ein Dammbruch der Demokratie ist es bestimmt nicht. Natürlich ist das Gesetz in meinen Augen ebenso verfassungswidrig, wie der Ansatz den es Vertritt falsch ist, aber der letzte Tag für unser System war gestern auch nicht.
Der letzte Tag der Freiheit liegt schon viel länger zurück und ich muss unweigerlich an die anni mirabilis Serie denken, in der sich mehr oder minder kluge Göpfe so ihre Gedanken machen, welches das wunderbarste Jahr in der menschlichen Geschichte sei.
Anni horribilis
War der letzte Tag der Freiheit die Wiedervereinigung, als 80 millionen Menschen um ihre verfassungsgebende Selbstbestimmung betrogen wurden, weil eine Machtelite den Sturm der Zeit fürchtete? Waren es die Notstandsgesetze von 68, die Einführung der Rasterfahndung 79 oder erst deren geplanter Ausweitung zwischen 2004 und 2005 um “Sozialschmarotzern” und anderen Terroristen auf die Spur zu kommen? Die Volkszählung, die Voratsdatenspeicherung oder jetzt die Internetzensur, endlos ist die Liste der größeren und kleineren Nadelstiche gegen die Freiheit der Bürger, denn nur durch permanenten Druck von oben kann man sich ungestört die Taschen füllen.
Es ist doch lächerlich, dass zum Hafengeburtstag die Empörung allseits groß ist, weil sich ne Staffel Kunstflieger zu tief bewegt, aber das 2007 schon die Kampfjets über HeiligendammGesetze sind angepasst um vorgeblich der steigenden Terrorgefahr zu begegnen und wir alle werden täglich ein Stück unfreier, weil man unsere Steuergelder an Konzerne und Bankmultis verschwendet, aber aus Geldnot den Bürgern in bedürftiger Lage noch nicht mal eine unabhängige Rechtsberatung gönnt. gekreist sind, ist lange vergessen. Die
Dass sich das Internet nicht zensieren lässt wird derzeit eindrucksvoll im Iran demonstriert, wenn Zensursula meint es sei schwierig sich über einen Proxi ins Internet einzuloggen, beweist das nur ihre persönliche Ahnungslosigkeit, aber Dummheit ist in Deutschland eben noch nicht strafbar und die Lage der Demokratie weiterhin ernst, aber nicht aussichtslos. Es kommen noch Bundesrat und Verfassungsgericht, der Verstand wird auch wieder einsetzen!
