citius, sapientius, major…

Sep 1st, 2009 | By | Category: draussen vor der Tür, Freunde, macht Spass, personal concern
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In Anlehnung an das Motto der Olympischen Spiele lässt sich auch der diesjährige Heldenlauf gut zusammenfassen. Nicht “schneller, höher, stärker” was ich lieber der Jugend überlasse, sondern schneller, weiser und älter ist die richtige Formulierung.

Die Messlatte lag hoch dieses Jahr, immerhin wollte ich meine Leistung vom letzten Jahr verbessern und hatte schon mit Taxman in Berlin eine ordentliche Zeit über die 21 km Distanz hingelegt, auch wenn mich im April wohl die 3 Flaschen Rotwein vom Vorabend des Laufs etwas nach hinten geworfen hatten. So war dann meine Kalkulation dahingehend, dass ich pro Steigung eine Flasche Wein weglasse, und mir stattdessen ein paar Vitamine und Kohlenhydrate in Form von gestoßenen Limetten mit Rohrzucker und etwas Cachaca genehmige, damit ich die Berlin Zeit halten kann.

Entsprechend dem Klischee vom Hamburger Schietwetter standen die Hummelprinzessin und ich dann am Sonntag pünktlich um 9.30 Uhr am Start bereit und lockerten die Muskeln bei äusserst kühlen 10° Celsius und gelegentlichen Regentropfen. Pünktlich zum Start um 10 allerdings war dann der Himmel über Blankenese blau und die 11km Erlebnisläufer gingen auf die Strecke, 20 Minuten später gefolgt von den angehenden Halbmarathon-Helden.

hoehenprofil_heldenlauf Genau wie letztes Jahr ergatterte ich einen Startplatz in den vorderen Reihen des Blocks und lies es dann aber eher locker angehen auf den ersten Kilometern. Zwar musste ich mich schon ganz bewusst bremsen, als irgendwann auf dem Elbuferweg plötzlich ein Herr von mindestens 60 Jahren und Hippie-Stirnband an mir vorbei rannte, oder die eher zerbrechlich wirkende jungen Dame mit dem rosa IPod an der Schulter mir die Hacken präsentierte, allerdings wollte ich meine Streckeneinteilung auch nicht zugunsten eines Pyrrhussieges beim Kurzstreckenduell aufgeben.  Mit maximal 165er Puls spulte ich also die ersten 3 Kilometer ab und hatte trotzdem einen Pace von weit weniger als 5min/km zu verzeichnen, was mich natürlich entsprechend motivierte, denn die Beine waren locker und auch die erste Steigung in den Wesselhöftpark war keine wirkliche Bremse.

Den rasenden Rentner traf ich recht schnell an der langen Steigung auf der Elbchaussee wieder, sein Hippie-Stirnband war inzwischen kaum noch auf dem hochroten Kopf zu erkennen und allenfalls das verbissene Gesicht erinnerte noch an die ehemals hochtrabenden Ansagen, die er mit seinen Laufschuhen in den Asphalt gemeisselt hatte und auch die junge Dame holte ich dann im Baurs Park wieder ein, als sie so laut schnaufte, dass ich ihr unwillkürlich ein “alles okay?” beim überholen zuwarf. Etwas später rannte sie dann aber auf der Blankeneser Hauptstrasse wieder an mir vorbei, ob es allerdings ihr Ehrgeiz oder die Hangabtriebskraft war die sie beschleunigte, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall konnte sie den Pace nicht lange halten und eingangs des Falkentaler Wegs verlor sie den Anschluß an die Vierergruppe mit der ich inzwischen durch Blankenese trabte. Zwei von uns kannten die Strecke schon, und so wechselten wir uns stetig mit der Führung ab und versorgten die beiden Neulinge mit Streckeninformationen, was sie noch erwarten würde, als sie fluchend mit uns die Treppen unterhalb des römischen Gartens erklommen und spätestens an der Endsteigung am Tafelberg waren sie dann auch für unsere Ratschläge ihre Kräfte einzuteilen dankbar.

Am Zieleinlauf zeigte mein Garmin dann einen durchschnittlichen Pace von 5.02/km und eine Zeit von 1.46 an, was mich tatsächlich mehr erfreute, als ich es der wartenden Hummelprinzessin und meinen Eltern wohl zeigen konnte, denn mein alter Herr riet mir spontan, ich solle doch zu rauchen aufhören, was ich immerhin schon seit fast zwei Jahren nicht mehr mache und mich stattdessen regelmäßig auf irgendwelchen Lauftrecken quäle. Irgendwie scheint Sarkasmus aber auch genetisch bedingt zu sein… Wie auch immer, habe ich meine Vorjahreszeit um fast genau 25 Minuten und Berlin um 5 Minuten verbessert, was ich nicht zuletzt auf größere Weisheit in der Streckeneinteilung und eine für einen Mann in meinem Alter gebührende Vorbereitung schiebe (scheiss auf Trennkost lieber Bruder, es leben Sauna, Chips und Caipirinha!) wollen mal sehen, ob da nächstes Jahr noch was geht, oder ich mich gleich auf die volle Distanz des Hansemarathons stürze, der hat zumindest nicht so viele Höhenmeter…

Die Hummelprinzessin war mit 1.03 auf 11 Kilometern mindestens genauso gut und ich bin auf sie ebenso stolz, wie im Juni in Braunschweig. Gruß an dieser Stelle auch an Hannes von Devil, ich hoffe nächstes Jahr sagst du vorher bescheid und wir treffen uns hinterher noch auf ein Bier!! Kannst ja mal fragen ob Lars nicht auch mal Bock hat, der schuldet mir eh seit langem nen Zug durch die Gemeinde und du hast jemanden zum abhängen auf der Strecke :grin

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4 comments
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  1. Nochmals Glückwunsch zur tollen Leistung! ;)

    An wen erinnert mich nur der Herr mit dem Hippystirnband? Letztes Jahr warst du genauso unterwegs. Schön zu sehen, dass es mit dir stetig Bergauf geht – und damit meine ich nicht die Strecke. Wahrscheinlich hast du durch deinen üblen Lebenswandel, die Raucherei, die Sauferei und die vielen Frauen dein wahres Talent vergeudet. Was für ein Läufer hätte aus dir werden können, wenn du viel früher so trainiert hättest. Inzwischen dürftest du selbst mit davonlaufen, was mich zugegebenerweise ein wenig ärgert. So muss ich mir für unseren nächsten gemeinsamen Lauf etwas anderes ausdenken, um dich an die Leine zu nehmen. Das mit dem Wein scheint ja wohl abgehakt… Schade, schade!
    .-= tAXMAN´s last blog ..tAXMAN rennt – 09/2009 – Zum dritten Mal Kallinchentriathlon und das auch noch dreifach… =-.

  2. Danke für die Glückwünsche Tom, dass ich dir davonlaufe möchte ich bezweifeln, aber mithalten kann ich wohl schon :o) Meinen Lebenswandel und die verschwendeten Talente lasse ich jetzt mal unkommentiert, schließlich bin ich ehrbarer Hanseat :osama .-= feydab´s last blog ..citius, sapientius, major… =-.

  3. Danke für die Grüße, nächstes Jahr ist abgemacht. Lars ahnt noch nichts von seinem Glück aber das bekomme ich schon hin. Betonstangenbeine sind ja was feines, warum sollte er nicht auch mal in diesen Genuss kommen. Grüße aus dem sonnigen BS

  4. Betonstangenbeine :top aber es ist doch auch immer schön, wenn der Schmerz wieder nachlässt, oder?

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