so wird das nichts Frau Merkel…
Nov 11th, 2009 | By feydab | Category: Dinge die mich ärgern, draussen vor der Tür, PolitikEhrlich gesagt, hab ich es mir gestern erspart, die Rede von Zonen-Angie anzuhören, denn irgendwie überkommt mich bei ihrem Anblick auch nach all den Jahren immer noch der brennende Wunsch, ihr ganz gepflegt in die Fresse zu treten, damit dieses dämliche Geschwätz endlich mal ein Ende findet. Trotzdem blieb es mir als politisch interessiertem Menschen natürlich nicht erspart, ihre Phrasen dennoch wiedergekäut zu bekommen, und schon dabei treibt es mir die Gänsehaut über den Rücken, dass all meine Gewaltfantasien wieder durchbrechen.
Im Prinzip ist unsere Kanzlerin das Paradebeispiel dafür, dass die Dummen die Welt regieren, weil die Klügeren erst mal den Brechreiz unterdrücken müssen, bevor sie das Gesagte verdauen können.
Letztlich ist Frau Merkel die Führungskraft der Republik – oder sollte es zumindest sein – dabei manifestiert sie permanent ihre eigene Unfähigkeit, die simpelsten Grundregeln der Kommunikation zu befolgen, dann ist es eben auch kein Wunder, dass sie statt richtungsweisenden Entscheidungen, Inspiration und Vertrauen in die Politik, nur warme Luft, schlechte Gesetze und Verdruss hervorruft. Es ist ja nicht so, dass man von einem Politiker jemals verlangt hätte, es jedem recht zu machen, vielmehr vergibt man seine Gunst in der Hoffnung, Teil einer Gemeinschaft zu sein, gleiche Ideen und vor allem Ziele zu verfolgen. Legt man das diesen Gedanken zugrunde ist Zonen-Angie entweder so doof, dass sie glaub die Bürger verarschen zu dürfen oder ihre Rede ist Ausdruck, dass es ihr generell an Respekt für die Mehrheit der Bevölkerung mangelt, und sie uns mit ihrem rhetorischen GAU trotzdem einlullen kann.
Ziele bedürfen immer einer positiven Definition, es gibt für das Gehirn keine “Nicht-Ziele” Als ganz simples Beispiel kann man den Klassiker anführen: Wir denken jetzt bitte alle mal NICHT an einen rosa Elefanten…! Und? Wie sieht der Nicht-Elefant aus? Genau aus diesem Grund, wird Zonen-Angie auch mit ihren Wünschen scheitern, keine Einsparungen zu machen, nicht die Tarifautonomie zu verändern, nicht den Kündigungsschutz aufzuweichen, nicht das solidarische Gesundheitssystem zu kippen, und, und, und… Es sind nämlich genau diese Ziele, die unter anderem ihren Verbündeten von der Pipi-Partei unter den Nägeln brennen und von denen sie sich schon im Koalitionsvertrag mit vagen Absichtserklärungen hat abspeisen lassen. Schon der erste Prüfstein für ihre Nicht-Politik – das Wachstumsbeschleunigungsgesetzt – bestätigt doch ihre Unfähigkeit, soziale Gerechtigkeit gegen die neoliberalen Gierlappen und ihre Interessenvertreter zu verteidigen. Erben, gutverdienende Eltern und Unternehmen werden bevorzugt, derweil sozial schwache Familien mit 20€ abgespeist werden.
So bleibt denn auch fraglich, was genau sie meint, mit ihrem Satz “Ich will, dass wir Deutschland zu neuer Stärke führen” und “wir wollen, dass wir es schaffen”, denn wenn sie nicht ausführt, was “es” ist, wen sie als “Deutschland” begreift und wie diese “neue Stärke” aussieht, bleibt nur gewiss, dass sie die “alte Stärke” der Republik aufgegeben hat, jene Stärke, die sich aus Solidarität und Wohlstand für eine breite Masse begründet, insofern sie mit ihrer Regierungserklärung mehr ein Menetekel als eine Vision zeichnet.
