Linksextreme Gewalttaten
Dez 16th, 2009 | By feydab | Category: Dinge die mich ärgern, Feydab erklärt das Grundgesetz, Politik, draussen vor der TürMit Berufung auf die Bild berichtet Welt-Online heute, dass die Anzahl der linksextremen Gewalttaten 2009 sprunghaft angestiegen sei. Allein in den ersten drei Quartalen ergibt sich nach den vorläufigen Zahlen des BKA eine Zunahme von beinahe 50% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – selbst wenn diese Zahlen rechnerisch richtig sind, klammern sie die Hintergründe und Zusammenhänge aber in jeder Hinsicht aus.
Seit Beginn des Milleniums wird in Deutschland systematisch der Keim für soziale Unruhe vom Staatsapparat ausgesäht und gehegt, zunächst durch die Hartz-Gesetze, die die Basis für eine fortschreitende Desolidarisierung der Gesellschaft bildeten um vermeintliche Sozialschmarotzer zu sanktionieren, die sich im Schoß des überbordenden Wohlfahrtsstaates ausruhten. Unterschiedslos wurden so zig-tausende Alleinerziehender, “Best-Ager” und unterqualifizierte Arbeitslose als Abschaum stigmatisiert, ganz zu schweigen von Migranten aller Nationen, die sich aufgrund vermeintlichen Mangels an Integrationswilligkeit zu einer Parallelgesellschaft entwickelten, ohne dass sich ihnen je eine gangbare Alternative geboten hätte. Zu jeder Zeit fanden sich Politiker aller Couleur, Meinungsführer oder Wissenschaftler die das medienwirksam dozierten.
Im Nachgang zu Hartz IV und im Fahrwasser des islamistischen Terrors begann dann zusätzlich der Ausverkauf bürgerlicher Freiheit. Immer größere Schreckensszenarien wurden konstruiert – bis hin zur Opferung Unschuldiger durch Militärgewalt - um allerhand staatlichen Institutionen den flächendeckenden Zugriff auf persönliche Daten der Bürger zu gewähren – oft ohne jeden Sinn und Verstand. Die Divergenz zwischen dem vorgeblichen Anliegen Sicherheit zu produzieren und der Anzahl von behördlichen Datenleaks und Datenskandalen privatwirtschaftlicher Unternehmen ist eklatant. Mithin ist die Zahl der Bürger, die ihr tägliches Verhalten kritisch hinterfragen und tendenziell ihr Handeln verstecken, obschon sie sich garnicht zuschulden kommen lassen ebenso drastisch gestiegen, wie sich ihr Selbstbild vom partizipierenden Staatsbürger hin zum resignierten Egozentriker gewandelt hat, der im System eh nichts bewegen kann oder sich irgendwie exponieren möchte.
Als Gewinner dieser Angstgesellschaft haben sich diejenigen Eliten gemausert, denen von jeher daran gelegen ist, “Strategien in kleiner Runde” zu entwickeln, um den Widerstand so gering wie möglich zu halten. Exemplarisch lässt sich hier das Energiegesetz beibringen oder auch die “Deregulierung der Finanzmärkte” die letzten Endes grandios gescheitert ist in einem weltweiten Bankencrash für den der Steuerzahler gradegestanden hat und immer noch büßt.
Immer weniger Bürger bringen dem Staatsapparat gegenüber Verständnis auf für diese schreiende Ungerechtigkeit. Während immer öfter Geringverdiener für Kleinstvergehen am Arbeitsplatz bestraft werden, zeigt sich die Politik macht- und willenlos gegenüber den Dreistigkeiten einer Finanzelite. Der Versammlungsfreiheit und dem Recht auf freie Meinungsäußerung/freie Medien wird zunehmend mit Gewalt und Zensur begegnet, wie der Fall Nikolaus Brender, die polizeilichen Übergriffe in Berlin auf der “Freiheit statt Angst” Demo vor 3 Monaten zeigen oder der jüngste Fall von amtlicher Willkür in Hamburg Blankenese gegen s.g. Linksautonome, die in der Hauptsache friedlich demonstiert haben und in dessen Zuge sogar jugendliche Anwohner und deren Eltern von der Staatsmacht zu Boden geknüppelt wurden.
So besehen steigt nicht die Zahl linksextremer Gewalttaten, sondern ein mehr und mehr totalitär agierendes System definiert seine natürlichen Feindbilder: Seine Bürger! Dich!
Seltsamer Vergleich! In Berlin brennen derzeit ‘ne Menge Autos, weil diese linken Spinner es den doch so bürgerlichen Bürgern mal so richtig zeigen wollen. So gerne wie ich deine Beiträge lese, dieses Mal vergleichst du Äpfel mit Birnen.
tAXMAN´s last blog ..Lebt denn der alte Holzmichel noch? 
Wieder mal ein schön geschriebener Artikel von dir. Es kann nicht sein, dass in Zeiten von rechtsextremer Gewalttaten, bei dem auch mal eine Frau innerhalb des Staatsapparats, sprich in einem Gerichtssaal, ermordet wird, bei dieser Islam-Hysterie-Welle seit dem 11. September (feiner Unterschied zwischen Analyse und Feindbilderstellung!), das Budget für den Kampf gegen Rechtsextremismus gekürzt wird und eine Frau an die Macht kommt, die alles ab den SPD-Linken als linksextrem definiert…
Nene…
Ich will hier weder Vergleiche anstellen, geschweige denn will ich Gewalt rechtfertigen. Autos brennen ja nicht nur in Berlin, sondern auch bei uns in Hamburg – ich sehe das nicht als “abstrakte Gefahr”. Ich denke bloß man kann nicht per se davon ausgehen, dass es sich hierbei in nennenswerter Zahl um puren Vandalismus handelt, sondern muss erkennen, dass dahinter ein Gutteil Systemkritik steht, der imho auch berechtigt ist.
Einerseits wird friedlicher Protest von Seiten der Politiker inzwischen weitgehend ignoriert, andererseits die Unausweichlichkeit von Kolateralschäden propagiert, wie nach Heiligendamm (rechtswidrige Wohnungsdurchsuchungen und Massenverhaftungen von Linkssympathisanten), die sich immer öfter eben auch auf vollkommen brave Bürger erstrecken; jüngestes Beispiel ist die Demo in Blankenese.
Es ist schlechterdings unmöglich von einer wütenden Masse rationales Verhalten zu fordern, umso wichtiger ist es, die Ursachen der Wut zu erkennen, und gegen zu steuern. Das wurde zu lange versäumt und deswegen beginnt die Gewalt zu eskalieren, das ist alles was ich behaupte.
[...] hatte ich schon mal das Dillema erwähnt, dass derzeit (in Deutschland) Manager ungestraft Millionen verzocken, derweil niedere Arbeitnehmer [...]