Der Teufel mit dem Belzebub…
Mai 10th, 2010 | By feydab | Category: Dinge die mich ärgern, Politik, draussen vor der TürDies ist wieder so ein Beitrag, von dem ich sicher bin, dass er kaum eine Sau interessiert, aber ich muss mir das trotzdem mal von der Seele schreiben, weil ich trotz aller guten Vorsätze einfach nicht darüber stehen kann, was das Bundesmerkelchen und ihre Spießgesellen in Berlin und Brüssel treiben – es geht zum Teil um Griechenland, viel mehr aber um die Krise des Euro, irgendwelche Rettungspakete und die Kritiklosigkeit der Masse, wenn sie sich von den Medien “beleeren” lassen.
Zunächst mal muss gesagt werden, dass entgegen der Kampagne in der BILD “die Griechen” genau so viel oder wenig für ihre Staatsverschuldung können, wie “die Deutschen” für die hiesige. Es ist nicht Gesamtschuld eines Volkes, wenn vorsätzlich Zahlen geschönt werden, unter tatkräftiger Mithilfe von Banken, ebenso wenig wie man es dem gemeinen Griechen ankreiden kann, dass das vor lauter Gier und Europaeuphorie in Brüssel, Paris, Berlin oder Rom mal wieder keinem aufgefallen, geschweige denn jemand verantwortlich wäre.
Jeder sollte sich mal vor Augen halten, wie uns hierzulande die Politiker täglich “ihre Sicht der Dinge” unter die Nase reiben, und wie fern der Realität sich ihre Rechenspiele in Prognosen bewegen, wie kunstfertig ihre Konstrukte sind (Sonderetat, Bürgschaften und Schattenhaushalt), die allesamt nur zum Ziel haben, den Wählern vorzugaukeln man habe “alles im Griff” trotz “Systemrelevanzen” und “Systemimmanenzen”, die sich sogar wechselseitig bedingen. Dabei wage ich zu prognostizieren, dass mindestens 80% der deutschen Bevölkerung schon mit “dem System” an sich und der Erklärung der beiden Begriffe überfordert ist, geschweige denn einen Zusammenhang herstellen könnte.
So reagiert der deutsche Michel dann auch in bekannter Weise und verweigert bei nächster Gelegenheit sein Votum – vordergründig gefürchtet von der Politkaste, in letzter Konsequenz aber höchst willkommen, um die gegebenen Versprechen unter der Macht des Faktischen zu brechen, ohne als Lügner dastehen zu müssen und sich weiterhin den Interessen einer besser zahlenden Kundschaft zu befleissigen.
Ist eigentlich irgendjemandem bewusst, dass die Wahl in Nordrhein-Westphalen rein garnichts verändert hat, aber in der selben Nacht in Brüssel der europäische Kniefall vor den Banken gemacht wurde? Dieser “Rettungsschirm” von 750 Mrd. Euro ist nichts weiter als die Sozialisierung von absehbaren Verlusten zu Gunsten privater Geldgeber, wie der Deutschen Bank und die fortgesetzte Insolvenzverschleppung von Instituten wie der HRE. Das angebliche Patt im Düsseldorfer Landtag und die resultierende Stimmverschiebung im Bundesrat zementieren derweil einfach nur den längst demonstrierten Unwillen und die Ideenlosigkeit der Bundesregierung. Herr Westerwelle und Co. verzichten inzwischen gemäß jüngester Äußerungen auch offiziell auf kommende Steuersenkungen, aber die Geschenke an die Hoteliers ziehen sie trotzdem nicht zurück, der Lärm darum ist ja auch lang verklungen und die nächsten Wahlen fern.
Ich wünscht ich wär ein Grieche…