die Propagandamaschine rollt wieder…
Jun 16th, 2010 | By feydab | Category: Dinge die mich ärgern, PolitikNachdem gestern in den s.g. Qualitätsmedien zu lesen war, dass die Verteilungsgerechtigkeit in Deutschland stetig zurückgeht und die Schere zwischen Arm und Reich sich auch weiterhin öffnet, heult heute auf welt online reflexartig die Propagandasirene der Neoliberalen und beruft sich auf “Institutionen” mit bedeutungsschwangeren Namen wie “Denkwerk Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung” und auch das “Institut zur Zukunft der Arbeit” wirft seine gesponsorten Tatsachenverdrehungen unters Volk. Die gedanklichen Anleihen bei Herrn Sarrazin, dem Sturmgeschütz aller Rechtspopulisten, sind dabei unüberhörbar.
Abrutschen aus der Mittelschicht in die Unterschicht ist nur ein Randphänomen, dass zu Großteilen dem promiskuituven Lebenswandel zuzuschreiben ist und darin gipfelt, sich aus Bequemlichkeit auf Minijob und staatliche Transferleistungen zu verlassen, als anständiger Arbeit nachzugehen. Dass die Gruppe der Armen in der Bevölkerung tatsächlich wächst, ist vielmehr dem ausufernden Vermehrungstrieb von Migranten geschuldet, weil sie sich als arbeitsscheu und bildungsfern subsumieren lassen.
Ich hab ja schon manches Mal gestaunt, wie sehr sich die Welt entblöden kann, als Plattform für derart schlecht kaschierten Neofaschismus herzuhalten, aber dieser Artikel ist tatsächlich mal wieder ein Meilenstein im Kampf der Marktradikalen um die Meinungsführerschaft, dabei kann ich mir tatsächlich auch vorstellen, dass es Menschen gibt, die diesen Stuss unreflektiert und als wissenschaftlich fundiert an ihren Stammtischen kolportieren.
In der üblichen Weise werden hier besorgniserregende Tatsachen verdreht und verharmlost, so ist z.B. während der derzeitigen Wirtschaftskrise der Mittelstand nominell gestiegen, weil die zu versteuernden Einkünfte aus Zockereien weggebrochen sind, Boni gestrichen wurden etc. – inzwischen ist dieser “Trend” schon wieder Geschichte, aber die Barriere gegen den gesellschaftlichen Aufstieg aus den ärmeren Schichten ist um so fester gemauert, da die eh schon geringen Einkommen unter der Refinanzierung der zur Krisenbewältigung aufgeblähten Haushalte am meisten leiden.
