Mode und Tradition
Dez 22nd, 2011 | By feydab | Category: draussen vor der Tür, Freunde, personal concernBevor noch zu den Jahresendfestivitäten die huldvollen Worte unserer Politgranden über den Bildschirm flimmern und die vorher verzehrte Weihnachtsgans den Esophagus wieder hochtreiben, stelle ich wie üblich auch heute pünktlich zur Wintersonnenwende mein persönliches Jahresresümee online. Abseits vom Werteverfall der abendländischen Kultur gibt es eben immer auch die persönlichen Erfolge und Beobachtungen, die das Leben versüßen und die ich um diese Zeit einfach gerne dokumetiere, um mich in schlechteren Zeiten dran zu erfreuen.
Diesbezüglich ist mir kürzlich aufgefallen, dass verschiedene Leute neuerdings drinnen wie draußen mit Schal um den Hals rumrennen und nach längerer Überlegung ob der Sinnhaftigkeit dieser Mode, habe ich die Tampon-Therorie aufgestellt. Meinen Beobachtungen zufolge stecken die Jünger dieser Bewegung einen Großteil des Tages so tief im Hintern ihrer jeweiligen Vorgesetzten, dass diese vermutlich den Schal als Hilfe benutzen, um nicht über kurz oder lang an Obturation zu versterben. Das wiederum wirft ein günstiges Licht auf kommende Zeiten, denn damit lässt sich künftig der Arschloch-Faktor unmittelbar über die Anzahl der ihn umgebenden Human-Tampons berechnen, was einem viel Aufwand erspart, sollte man jemals eine neue Position anstreben…
Ansonsten ist auch sonst dieses Jahr viel passiert, so dass Routine im Hause Feydab eher wundervolle Verheißung und Geborgenheit bedeutet, als dass sie Schreckgespenst ist. Die Hummelprinzessin ist gut 1,3 kg Sorge und auch ihre Kontaktlinsen los, beides sind für mich Entscheidungen, denen ich nur meinen Respekt zollen kann und mich tierisch für sie freue. Mein Bruder hat zwar seine Sorgen noch, aber im Andenken unserer hanseatischen Wurzeln bleibt zu konstatieren, er wird frei nach Jahr und Tag, diesen Rechtsgrundsatz haben die auch die modernen Scheidungsrichter übernommen, insofern Sorge in diesem Zusammenhang ein endlicher Zustand ist, der sich spätestens dann relativiert wenn er die Tür zu seiner eigenen Wohnung hinter sich zuschlägt.
Leider gibt es auch dieses Jahr wieder Verluste zu betrauern und neben Torben Geilert einem Sportfreund vom Billard möchte ich an dieser Stelle ganz besonders Eckhard Bahr gedenken, dem Vater meiner Sandkastenfreundin, der im Sommer nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen ist.
Light many lamps and gather round his bed.
Lend him your eyes, warm blood, and will to live.
Speak to him; rouse him; you may save him yet.
But death replied: ‘I choose him.’ So he went,
And there was silence in the summer night;
Silence and safety; and the veils of sleep.
Aus “The Deathbed” von Siegfried Sassoon
Euch allen da draußen die üblichen “seasonal greetings” wenn ihr es hören mögt, h**l, Sieg und fette Beute all denjenigen, die tatsächlich glauben Weihnachten würde lokal begrenzt unter gemeuchelten Nadelhölzern entschieden und zum Abschluß noch ein paar Zahlen des Jahres:
DURCHSCHNITTLICH wird 2011 jedes Kind in Deutschland im Wert von 300€ zu Weihnachten beschenkt – so viel wie nie zuvor – ALLERDINGS leben von ca 15 millionen Kindern in Deutschland etwa ein Drittel in Familien mit nicht mehr als 1200€ Einkommen im Monat – Tendenz steigend…

Oja, besonders die Schal-Tampon Theorie ist denke ich irgendwie auch beweisbar :-)
Schöne Grüße und einen guten Rutsch ins neue spannende Jahr 2012